Das
Land Bulgarien ist zwar klein – fast so goss wie das
Bundesland Bayern in Deutschland, es besteht aber aus vielen
Regionen, die sich angesichts ihrer Sitten, Gebräuche,
Sprachbesonderheiten und religiöser Orientierung recht
viel voneinander unterscheiden. Obiges ist besonders eindeutig
bei der Esskultur zu beobachten. Eine und die gleiche Speise
wird auf ganz verschiedener Art und Weise in den einzelnen
Regionen zubereitet, gekocht und serviert. Massgebend bei
diesem Vorgang sind natürlich die grosse Anzahl von
hauseigenen Gewürzen, die das Gesicht jedes einzelnen
Haushaltes prägen.
Die Essgepflogenheiten der Bulgaren und die Europäer
sind extrem verschieden. Zum Beispiel:
- Es hat sehr lange Zeit gedauert bis den bulgarischen Köchen
klar wurde, dass der ausländische Gast es gerne hat,
wenn man ihm die Suppe und die Hauptspeise heiss serviert.
Der Bulgare hat seine Speisen jahrhundertlang lauwarm gegessen,
weil er vor jeder Mahlzeit eine längere Apperetive
Zeit benötigte. Das Essen fängt traditionsgemäss
mit einem Gläschen Schnaps an. Das ist entweder ein
Weintauben- ober Pflaumenschnaps. Der so genannte Slivova.
In manchen Gegenden trinkt man den Plodova (auf Deutsch
Obstler). Dazu gehört je nach Jahreszeit ein gut gewürzter
Salat, frischen Lauch (Zweibeln) und Knoblauch, sowie Radieschen
und anderes Gruenzeug (moistens aus dem Gewächshaus).
Wenn der Sommer wirklich einbricht, legt man Wert auf einen
Shopska-Salat mit Gurken, Tomaten, Zweibeln, Petersilie,
Dill, Paprikaschoten, Knoblauch,Schafskäke und eine
TARATOR-suppe aus Jogurt, Gurken, Wasser, Dill, Knoblauch,
Walnüssen und Salz. Es passiert halt fast immer dass
man nicht nur beim ersten Gläschen bleibt. So zieht
sich öffers die Appetitive-Zeit sehr in die Länge.!
In de Zwischenzeit wird die Suppe und auch die Hauptmahlzeit
aufgetischt. Sie bleiben aber unberührt bis man seinen
Schnaps genieserisch ausgetrunken hat. Das dauert besonders
lange an Feiertagen und insbesondere am Wochenende, so das
die Gerichte letzendlich merklich an Temperatur verlieren.
Daher kommt also die Gewohnheit, lauwarme Suppen, sogar
kalte Hauptspeisen zu verzehren.
Die alten Bulgaren sind fest überzeugt, dass der Verzehr
einer lauwarmen Speise gesunder ist, weil der menschliche
Körper viel mehr von ihren Naehrstoffen aufnehmen kann.
Der Bulgare, meint deswegen, dass die Apperitive-Zeit der
beste Teil einer Mahlzeit sei!
Während
des Frühlings -und Sommermonate verzehrt der Bulgare
sehr viel Grünes in Form von Salaten, aber auch als
Suppen und fleischlosen Speisen.
In
der kalten Herbst- und Winterzeit legt man mehr Wert auf
Suppen und Hauptspeisen mit Schweine - und Kalbfleisch.
Man grillt gerne Hähnchen, Schweine -und Kalbkottelets,
sogar Wildschwein, Reh oder Kaninchen. Je nach Fleischart
trinken die Bulgaren Weiss-, Rotwein oder Bier. Hin und
wieder serviert die Hausfrau auch Fischspeisen. Die bulgarische
Küche kennt eine Unzahl an Lammspezialitäten,
die sehr beliebt bei der Bevölkerung des Landes sind.
Der Bulgare isst gerne leckere Nachtische in Form von
Kuchen, Eisspezialitäten und anderen Suesswaren.
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